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Mehr Geld für Drohnenschutz Unternehmen in Russland investieren zunehmend in den Schutz vor Drohnenangriffen, berichtet die Zeitung Vedomosti unter Verweis auf Branchenanalysten. Auf der Ausschreibungsplattform Tenderplan gaben Unternehmen im ersten Halbjahr 441,3 Mio. Rubel (4,6 Mio. Euro) für nichttödliche Abwehrmittel aus – beinahe siebenmal so viel wie ein Jahr zuvor. Auf der Beschaffungsplattform Kontur.Zakupki stieg der Wert der Käufe um 49% auf 25,7 Mio. Rubel (268.900 Euro) an. Der Run auf Drohnenabwehr-Systeme habe eingesetzt, nachdem Präsident Wladimir Putin Ende Mai die Regierung aufgefordert hatte, Maßnahmen zum Schutz von Industrieanlagen vor Drohnenangriffen vorzulegen, verriet ein Tenderplan-Sprecher. Als weiteren Faktor nennen Branchenkenner Lücken im Versicherungsschutz: Entweder verweigern die Versicherer die Deckung von Drohnenschäden in vollem Umfang oder sie verlangen zu hohe Prämien. / Forbes (RU)
Touristen strömen nach Montenegro Russen buchen derzeit vermehrt Reisen nach Montenegro, bevor die Visafreiheit endet. Laut Daten des Reiseveranstalters Ostrovok stieg die Zahl der Buchungen für dieses Reiseziel im August im Vergleich zum Vorjahr um 80%. Der Reiseveranstalter weist darauf hin, dass Russen ab dem 1. November ein Visum für die Einreise benötigen. Aktuell kostet eine Montenegro-Reise laut Alexan Mkrtchyan, dem Präsidenten des Reisebüroverbandes, im Schnitt rund 100.000 Rubel (1050 Euro) pro Person. Der Flug mache dabei den größten Teil der Kosten aus (60–70%). Mkrtchyan zufolge besuchten in den Sommermonaten der vergangenen Jahre etwa 100.000 bis 150.000 Russen Montenegro. Nach Einführung der Visumpflicht dürfte die Zahl der Touristen aus Russland um mindestens die Hälfte sinken, so der Experte. / Kommersant (RU)
Spareinlagen verlieren Schwung Private Geldeinlagen bei russischen Banken wachsen immer langsamer. Von Januar bis Juni 2026 stieg ihr Volumen nur um 1,9%, verglichen mit 6,4% im ersten Halbjahr 2025 und mit 10,6% im ersten Halbjahr 2024. Das geht aus Daten der Einlagensicherung ASW hervor. Die Bankeinlagen von Unternehmen legten zuletzt um 3,3% zu, während sich die Einlagen von Einzelunternehmern um 6,5% verringerten. Der Statistik zufolge haben russische Privatpersonen derzeit insgesamt 66,4 Bio. Rubel (694,7 Mrd. Euro) bei Banken geparkt. Die Einlagen von Unternehmen summieren sich auf 10,4 Bio. Rubel (108,8 Mrd. Euro), während Einzelunternehmer zusammen auf 2,6 Bio. Rubel (27,2 Mrd. Euro) kommen. Fast ein Drittel (30,3%) des gesamten Bankguthabens privater Haushalte machen Einlagen von über 10 Mio. Rubel (104.600 Euro) aus. Die zweitgrößte Gruppe stellen Einlagen von unter 1 Mio. Rubel (10.460 Euro) mit einem Anteil von 21,8%. Weitere 19,9% entfallen auf Beträge zwischen 3 und 10 Mio. Rubel (zwischen 31.390 und 104.600 Euro). Es folgen Beträge zwischen 1,4 Mio. und 3 Mio. Rubel (zwischen 14.650 und 31.390 Euro) mit 18,7% und Beträge zwischen 1 Mio. und 1,4 Mio. Rubel (zwischen 10.460 und 14.650 Euro) mit 9,2%. / Frank Media (RU)
EU setzt auf Seltene Erden aus Russland Im Januar-Mai 2026 hat die Europäische Union 1450 Tonnen Seltene Erden und ihre Verbindungen aus Russland importiert, berechnete die russische Tageszeitung Izvestia auf der Grundlage von Eurostat-Daten. Mit einem Anteil von 24% war Russland das drittwichtigste Herkunftsland hinter Malaysia und China. Fast die gesamten russischen Importe bestanden aus Verbindungen des chemischen Elements Cer, die insbesondere in Fahrzeugkatalysatoren, in der Glas- und Keramikindustrie, in der Metallurgie aber auch als Poliermittel eingesetzt werden. Aus Malaysia bezog die EU in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 2240 Tonnen Seltene Erden und damit 37,1% der Gesamtimporte. Die Nummer zwei China lieferte 1890 Tonnen (31,4%). Zusammen waren die drei Länder im besagten Zeitraum für 92,5% der EU-Importe von Seltenen Erden verantwortlich. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 hatte Russland 3900 Tonnen Seltene Erden in die EU geliefert. Mit einem Importanteil von 25,9% war es damals noch der zweitwichtigste Importpartner hinter China. / Izvestia (RU)
Stahl weniger gefragt Die Nachfrage nach Stahl in Russland ist im ersten Halbjahr 2026 um 7,5% im Jahresvergleich gefallen, berichtet der Stahlkonzern Severstal. Im zweiten Quartal belief sich der Nachfragerückgang auf 3,5%. Absolute Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Wie die Wirtschaftszeitung Kommersant auf der Grundlage des vorjährigen Severstal-Berichts errechnete, dürfte der Verbrauch des Rohstoffs im Januar-Juli bei 18,3 Mio. Tonnen gelegen haben. Der Stahlverbrauch in Russland ist seit Jahren rückläufig (s. Grafik). Im zweiten Halbjahr 2026 könnte er um 6% bis 7% unter dem Vorjahreswert liegen, womit die Talsohle erreicht sein dürfte, prognostiziert Marktanalyst Achmed Alijew von der Investmentfirma T-Investizii. Eine Trendwende wäre ihm zufolge nur möglich, wenn der russische Leitzins von aktuell 14% auf unter 12% sinken würde. Das könnte frühestens im vierten Quartal 2027 geschehen, schätzt der Experte. / Kommersant (RU)
Staatsdefizit steigt Das Defizit des russischen Staatshaushalts hat in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 6,455 Bio. Rubel (67,5 Mrd. Euro) betragen. Das entsprach 2,8% des Bruttoinlandsprodukts, wie aus einer vorläufigen Schätzung des Finanzministeriums hervorgeht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres belief sich das Defizit auf 4,622 Bio. Rubel (48,4 Mrd. Euro) bzw. 2,2% des Bruttoinlandsprodukts. Für das Gesamtjahr 2026 ist ein Wert von knapp 3,8 Bio. Rubel (39,8 Mrd. Euro) eingeplant. Das Finanzministerium erklärt das hohe Defizit in der ersten Jahreshälfte mit einer „vorgezogenen Finanzierung von Ausgaben“. Von Januar bis Juli dieses Jahres nahm der Staatshaushalt laut Finanzministerium 22,112 Bio. Rubel (231,3 Mrd. Euro) ein, 8,8% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Ausgaben erhöhten sich um 14,5% auf 28,567 Bio. Rubel (298,9 Mrd. Euro). / Russ. Finanzministerium, Forbes (beide RU)
Internet-Handel umsatzstark Der Onlinehandel in Russland erreichte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 ein Volumen von 7,2 Bio. Rubel (75 Mrd. Euro). Laut Pressestelle des Verbandes der Internethandelsunternehmen (AKIT) stieg dieser Wert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,7%. Knapp 80% des E-Commerce-Volumens im ersten Halbjahr wurden in den Regionen generiert, auf Moskau und St. Petersburg entfielen 21%. Der Großteil der Käufe wurde über russische Online-Shops und -Plattformen abgewickelt und erreichte 6,9 Bio. Rubel (96,6%, ca. 72,5 Mrd. Euro) des Gesamtvolumens. Grenzüberschreitende Käufe machten 3,4% aus (254,8 Mrd. Rubel, 2,7 Mrd. Euro). Die fünf umsatzstärksten Kategorien waren: Haushaltswaren (1,13 Bio. Rubel, 11,9 Mrd. Euro), Bekleidung und Schuhe (1,08 Bio. Rubel, 11,3 Mrd. Euro), Lebensmittel (1,06 Bio. Rubel, 11,15 Mrd. Euro), Elektronik (931 Mrd. Rubel, 9,8 Mrd. Euro) und Körperpflegeprodukte (490 Mrd. Rubel, 5,15 Mrd. Euro). / Kommersant (RU)
Exporteure verkaufen weniger Devisen Die Netto-Deviseneinnahmen der 29 größten Exporteure sanken im Juli auf 2,2 Mrd. US-Dollar, verglichen mit 7,6 Mrd. US-Dollar im Juni. Dies geht aus einem Bericht der russischen Zentralbank hervor. Die Einnahmen sanken im Monatsvergleich um 5,4 Mrd. US-Dollar. Dies ist das niedrigste Volumen seit Januar 2024. Der bisherige Tiefststand lag bei 2,4 Mrd. US-Dollar im März 2026. Im Mai hatten die Exporteure Devisen im Wert von 10,9 Mrd. US-Dollar verkauft. Der Rückgang der Einnahmen ist laut Zentralbank auf einen leichten Rückgang der Ölpreise zurückzuführen, wobei die ein- bis zweimonatige Verzögerung bei der Übermittlung der Einnahmen auf den russischen Markt zu berücksichtigen ist. Nach Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung lag der Durchschnittspreis für Urals-Rohöl im Juli bei 59,02 US-Dollar pro Barrel, im Vergleich zu 63,52 US-Dollar pro Barrel im Juni. / Russ. Zentralbank, Frank Media (beide RU)
Bitcoin an der Börse zugelassen Die russische Zentralbank hat Bitcoin, Ethereum und den Stablecoin Tether USD (USDT) in die Liste der öffentlich handelbaren Kryptowährungen aufgenommen. Dies gab die Pressestelle der Aufsichtsbehörde bekannt. Qualifizierte Anleger können diese Kryptowährungen uneingeschränkt erwerben, während für nicht qualifizierte Anleger ein Limit von 300.000 Rubel (3150 Euro) pro Jahr gilt. Die Aufsichtsbehörde wies darauf hin, dass alle Marktteilnehmer vor Handelsbeginn einen Test absolvieren und sich mit den Risiken von Krypto-Investitionen vertraut machen müssen. / Bank Russlands, Kommersant (beide RU)
Lokale schenken weniger Alkohol aus Im ersten Halbjahr 2026 hat die russische Gastronomie insgesamt 818.300 Dekaliter (dal) Alkohol verkauft. Das waren 42,4% weniger als im Januar-Juni des Vorjahres. Die Menschen in Russland würden immer seltener ins Restaurant gehen und dort immer seltener teuren Alkohol bestellen, erklären Experten den Trend. Auch die Anzahl der Lokale selbst sei zuletzt gesunken. Zum Vergleich: Die Supermärkte in Russland verkauften von Januar bis Juni mit 96,7 Mio. dal fast so viel Alkohol (-0,7%) wie im Vorjahreszeitraum. Den stärksten Einbruch gab es bei Wein, dessen Absatz um 44,8% auf 361.000 dal fiel. Der Absatz von Getränken mit mehr als 9% Alkoholgehalt sank um 39,8% auf 447.300 dal. Der Vizechef des russischen Hotellerie- und Gastronomieverbandes FRIO Alexej Nebolsin macht vor allem sinkende Besucherzahlen für den Rückgang des Alkoholkonsums in der Gastronomie verantwortlich. Außerdem würden teure Getränke aus Spargründen kaum noch bestellt und die Gäste immer häufiger ihren eigenen Alkohol mitbringen. / Kommersant (RU)
KI-Markt boomt Der russische Markt für Künstliche Intelligenz (KI) ist im vergangenen Jahr um 29,7% gegenüber 2024 auf 316,1 Mrd. Rubel (3,3 Mrd. Euro) gewachsen, berichtet der Moskauer Marktforscher AIANA. Gegenüber 2023 hat sich das Volumen sogar verdoppelt. Das Wachstum geht mit einer Verschiebung der Investitionen von der Beschaffung der Ausrüstung hin zur Miete von Rechenleistung und Implementierung von Lösungen einher, stellen die Analysten fest. Insgesamt sind auf dem russischen KI-Markt derzeit 883 Unternehmen aktiv. 386 von ihnen bieten fertige KI-Produkte für konkrete Aufgaben an, machen aber zusammen nur 22,6% der Gesamtumsätze aus. Die meisten Umsätze werden mit 31,1% weiterhin im Segment der KI-Ausrüstung generiert, in dem 148 Firmen tätig sind. Firmenkunden (B2B) sind für 71,9% der Umsätze der KI-Branche verantwortlich. Weitere 15,6% der Umsätze entfallen auf Privatpersonen und 12,5% auf Behörden und staatliche Einrichtungen. / Kommersant, Frank Media (beide RU)
Gebraucht vor neu Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Russland 7729 gebrauchte E-Autos verkauft, berichtet der Branchendienst Autostat. Das entspricht einem Plus von 40% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Drei Marken machen zusammen fast die Hälfte (49%) des Gebrauchtmarkts aus. An erster Stelle liegt Nissan aus Japan mit 1715 verkauften Einheiten, gefolgt von Zeekr aus China (1240) und Volkswagen (802). Zu den Top 5 der verkauften E-Auto-Gebrauchtwagen gehören ferner Tesla aus den USA (702) und Audi (623). Allein im Juni stieg der Absatz von gebrauchten Elektrofahrzeugen in Russland um beachtliche 60% gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1743 Stück. Zum Vergleich: Die Verkäufe von neuen Stromern brachen im selben Zeitraum um 23% auf 748 Einheiten ein. / Vedomosti (RU)
Online-Neuwagenhandel boomt Im vergangenen Jahr wurden in Russland rund 10.900 Neuwagen übers Netz verkauft, 350% mehr als 2024, berichtet der Marktforscher Smart Ranking. Der digitale Verkaufskanal wächst entgegen dem allgemeinen Trend: Der gesamte Automarkt schrumpfte 2025 nach Angaben des Branchendienstes Autostat um 15,5% auf 1.326.016 Neuzulassungen. Russische Autokäufer können seit Oktober 2023 einen Neuwagen im Internet bestellen und sich frei Haus liefern lassen, schreibt die Zeitung Izvestia. Seither hat das Segment enorm an Fahrt aufgenommen: Schon im vierten Quartal 2024 fanden dem Bericht zufolge achtmal mehr (+700%) Autos im Internet einen Käufer als im Vorjahresquartal. Der Automarkt insgesamt legte im Gesamtjahr 2024 um „nur“ 48% zu. Zum Vergleich: Führende klassische Autohäuser kommen jährlich auf 20.000 bis 40.000 verkaufte Einheiten. Auch wenn der Anteil des Onlinegeschäfts am gesamten Automarkt mit knapp 1% noch gering ist, wächst er rasant. Ende 2026 könnten es 1,5% sein, erwartet der Autohändler-Verband ROAD. / Forbes, Izvestia, Autostat (alle RU)
Fleischkonsum auf Rekordhoch Die Russen essen so viel Fleisch und Fleischprodukte wie noch nie, ermittelte die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti anhand von amtlichen Statistiken. Im vergangenen Jahr überstieg der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch demnach erstmals die 100-Kilo-Marke und betrug 100,7 Kilo. Das waren 0,8 Kilo mehr als 2024. Der Anstieg verdankt sich ausschließlich dem höheren Konsum von Geflügelfleisch. Dieser stieg im Jahresvergleich um 1,1 auf 26,4 Kilo pro Einwohner, während der Verzehr von Rindfleisch bei 9,3 Kilo stagnierte und der von Schweinefleisch sogar um 0,3 auf 17,1 Kilo leicht zurückging. / RIA Novosti (RU), BLE
Frachtverkehr auf Nordostpassage Die chinesische Reederei Sea Legend will ihre Container künftig regelmäßig durch die Arktis nach Europa transportieren. Der russische Staatskonzern Rosatom erteilte vor Kurzem sieben chinesischen Frachtschiffen die Genehmigung, in diesem Jahr über die Nordostpassage zu fahren. Die Nordroute ist der kürzeste Seeweg zwischen Asien und Europa. Im Oktober 2025 war ein chinesischer Frachter mit 4000 Containern an Bord testweise auf diesem Weg nach England gefahren. Die Reise dauerte nur 20 Tage und war damit fast halb so lang wie auf der üblichen Route durch den Suezkanal. Nun plane Sea Legend einen regulären Linienverkehr in den arktischen Gewässern, kündigte Rosatom-Chef Alexej Lichatschow am Freitag an. Zwischen August und Oktober dieses Jahres sollen Frachter wöchentlich abfahren und insgesamt acht Fahrten absolvieren. Die Nordostpassage ist nur im Sommer und im Herbst befahrbar, und selbst dann brauchen Frachtschiffe in der Regel die Begleitung durch Rosatom-Eisbrecher. / Rosatom (RU), Xinhua (EN)
Düngerexport stabil Die russischen Düngemittelexporte dürften 2026 den Vorjahresrekord von 45 Mio. Tonnen erreichen. Laut dem Zentrum für Wirtschaftsprognosen der Gazprombank beliefen sich die Ausfuhren im 1. Halbjahr auf 23,2 Mio. t, ebenso viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Ratingagentur Expert RA hält für 2026 sogar ein Plus gegenüber 2025 für möglich, falls die Düngerpreise hoch bleiben. Jegor Koslow vom Beratungsunternehmen Implementa sieht hingegen schon im 1. Halbjahr einen Rückgang der Exporte. Als Gründe dafür führt er neben Exportbeschränkungen auch außerplanmäßige Reparaturen und Logistikprobleme in der Ostsee an. Für das Gesamtjahr erwartet Koslow allenfalls eine Stagnation der Exporte. / Kommersant (RU)
London sanktioniert Ozon-Bank Die britischen Behörden haben die Liste ihrer Sanktionen gegen Russland erweitert. Unter anderem werden Beschränkungen gegen die Ozon-Bank, die Center-Invest Bank, die Realist Bank, die Stavr Bank und die TelePort Bank verhängt. Die Ozon-Bank wurde Ende Juli bereits unter EU-Sanktionen gestellt. Die Ozon-Bank arbeite wie gewohnt weiter, teilte das Geldhaus inzwischen mit. Die Bank verfüge nicht über Vermögenswerte im Ausland und ist nicht außerhalb Russlands tätig, hieß es weiter. Die Bank betreut nach eigenen Angaben ihre Kunden innerhalb Russlands und nutzt das SWIFT-System nicht. Für ihren Betrieb werde lediglich die russische Finanzinfrastruktur benötig. / Kommersant 1, 2 (beide RU)
Russisch-armenische Wirtschaftsbeziehungen unter Druck Geht es nach den russischen Behörden für Landwirtschaftsprodukte, dann hat sich die Qualität armenischer Produkte in diesem Jahr dramatisch verschlechtert. Russland hat am 22. Mai zunächst den Import armenischer Blumen gestoppt, dann die Lieferungen von Weinbrand, Tomaten, Gurken und Erdbeeren. In russischen Medien wurde die erhöhte Sensibilität russischer Kontrollinstanzen gegenüber armenischen Produkten in einen geopolitischen Zusammenhang gestellt. Moskauer Journalisten interpretierten die Ereignisse als eine Reaktion auf die Neigung der armenischen Staatsführung, sich Europa anzunähern. 🔎 Mehr dazu in der Fokusanalyse.
USA reduzieren Pharma-Lieferungen Im ersten Halbjahr 2026 belief sich der Export von Pharmazieerzeugnissen aus den USA nach Russland auf 73,9 Mio. US-Dollar, 24% weniger als im Vorjahreszeitraum. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Daten der US-Zollbehörde. Im Juni stiegen die US-Pharmalieferungen nach Russland um 19% – der höchste Wert seit Oktober 2025. Die Medikamentenexporte erreichten 15,5 Mio. US-Dollar (+19% gegenüber dem Vormonat). Im Jahresvergleich sanken die Exporte jedoch um 21%. Die am meisten exportierten Güter waren Impfstoffe (9,2 Mio. US-Dollar), Antibiotika (5,9 Mio. US-Dollar), Zahnfüllungen und Knochenrekonstruktionsmaterialien sowie sterile Verbandsmaterialien (505.000 US-Dollar). / Vedomosti (RU)
Benzin bis Euro-2 erlaubt Die russische Regierung hat Produktion, Import und Verkauf von Benzin nach den Normen Euro-2, Euro-3 und Euro-4 bis zum 1. Juli 2027 freigegeben. Das Energieministerium bezeichnet den Schritt als befristete Antikrisenmaßnahme zur Versorgung des Binnenmarkts. Die Umweltklasse des Kraftstoffs muss an den Tankstellen ausgewiesen werden. Anfang Juli hatte die Regierung zunächst nur einzelnen Raffinerien den Umlauf von Benzin nach Euro-3 gestattet, befristet bis Jahresende 2026. Diese Verordnung wurde nun aufgehoben. Die langfristigen Umweltanforderungen bleiben laut Ministerium unverändert, dauerhafter Standard ist weiter Euro-5. / RBC (RU)