Generalkonsulat der Russischen Föderation in Bonn
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🎨 Zum Geburtstag von Fjodor Schechtel (1859–1926) Am 7. August gedenken wir des Geburtstags des herausragenden Architekten Fjodor Schechtel, eines der bedeutendsten Vertreter des russischen Jugendstils. Besonders bemerkenswert sind seine deutschen Wurzeln: Schechtels Familie stammte von deutschen Kolonisten aus dem Elsass ab, die im 18. Jahrhundert auf Einladung Katharinas II. nach Russland übersiedelten. Der spätere Architekt wurde als Franz Albert Schechtel geboren und verband in seinem Schaffen europäische Architekturtraditionen mit einer unverwechselbaren russischen Handschrift. Seine Ausbildung erhielt Schechtel an der Moskauer Schule für Malerei, Bildhauerei und Architektur. Dort besuchte er die naturwissenschaftlichen, Zeichen-, Malerei- und Architekturklassen und studierte gemeinsam mit den später berühmten Künstlern Isaak Lewitan und Nikolai Tschechow, dem Bruder des Schriftstellers Anton Tschechow. Mit der Familie Tschechow verband ihn eine enge Freundschaft, die sein weiteres künstlerisches Schaffen nachhaltig prägte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Jaroslawler Bahnhof in Moskau, die Rjabuschinski-Villa, die prachtvolle Morosow-Villa (heute Empfangshaus des russischen Außenministeriums), das Gebäude des Moskauer Künstlertheaters (MChAT). Diese Bauwerke zählen bis heute zu den bedeutendsten Beispielen des russischen Jugendstils. 1906 wurde Schechtel zum Vorsitzenden der Moskauer Architektengesellschaft gewählt. Darüber hinaus ernannte man ihn zum Ehrenmitglied mehrerer europäischer Architektenvereinigungen, was eine Anerkennung seines außergewöhnlichen Beitrags zur Architektur. #Kultur
🕯 1. August – Gedenktag für die im Ersten Weltkrieg gefallenen russischen Soldaten Am 1. August begeht Russland den Gedenktag für die im Ersten Weltkrieg (1914–1918) gefallenen russischen Soldaten. Dieser Gedenktag wurde durch ein Föderalgesetz vom 30. Dezember 2012 eingeführt. Das Datum wurde bewusst gewählt: Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Kaiserreich dem Russischen Reich den Krieg und leitete damit den Beginn der Kampfhandlungen an der Ostfront ein. Der Erste Weltkrieg brachte für Russland enorme menschliche Verluste mit sich. Während des Krieges wurden rund 12 Millionen Menschen mobilisiert. Nach Angaben der Hauptverwaltung des Generalstabs aus dem Jahr 1917 belief sich die Zahl der Gefallenen und Vermissten auf mehr als 775.000 Soldaten. Späteren Einschätzungen nach, liegt diese Zahl bei über 3 Millionen. Die tragischen Folgen dieses Krieges hinterließen tiefe Spuren in der Geschichte des Landes und beeinflussten seine politische und gesellschaftliche Entwicklung nachhaltig. Im Ersten Weltkrieg sammelten zudem zahlreiche spätere bedeutende sowjetische Heerführer ihre ersten Kampferfahrungen, darunter Georgi Schukow, Konstantin Rokossowski, Semjon Budjonny und Iwan Konew. An diesem Tag gedenken wir aller russischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren haben, und bewahren die Erinnerung an ihren Mut, ihre Pflichterfüllung und ihr Opfer. 📷 Denkmal für die Helden des Ersten Weltkriegs im Siegespark auf dem Poklonnaja-Hügel, Moskau. #Militärgeschichte #Russland
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🖼 Vor 220 Jahren wurde der russische Künstler Alexander Iwanow geboren 🎨 Alexander Iwanow wurde am 28. Juli 1806 in Sankt Petersburg geboren. Sein Vater, der Maler Andrei Iwanow, lehrte an der Kaiserlichen Kunstakademie und bereitete seinen Sohn früh auf eine künstlerische Laufbahn vor. 1817 begann Alexander dort sein Studium. Anders als die meisten Studenten lebte er nicht in der Akademie, sondern arbeitete in der Werkstatt seines Vaters. Schon bald fiel er durch sein großes Talent im Zeichnen und Malen auf. 🗺 1830 reiste Iwanow mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung der Künstler nach Europa. In Italien sollte Iwanow zunächst die bedeutendsten Kunstwerke studieren, später Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“ kopieren und schließlich ein eigenes Werk schaffen. Auf dem Weg nach Rom besuchte er die Gemäldegalerie in Dresden und fertigte Skizzen von Raffaels „Sixtinischer Madonna“ an. 🖼 Tief beeindruckt von Buonarrotis Werk suchte Iwanow nach einem ebenso eindrucksvollen Motiv. Schließlich entschied er sich für ein evangelisches Thema: die Erscheinung Christi vor dem Volk. 📚 In Rom verband Iwanow eine enge Freundschaft mit dem Schriftsteller Nikolai Gogol. Beide interessierten sich für religiöse Themen und die Bedeutung der Kunst. Gogol besuchte häufig Iwanows Atelier, bewunderte seine Hingabe und unterstützte seine Arbeit an der „Erscheinung Christi vor dem Volk“. In seinem Aufsatz „Der Historienmaler Iwanow“ würdigte er den Künstler und dessen jahrelange Arbeit. Iwanow wiederum schätzte Gogols Urteil über Kunst und bezeichnete ihn als einen außergewöhnlichen Menschen. 📍 Iwanow lebte sehr zurückgezogen und arbeitete äußerst diszipliniert. Er begann früh am Morgen und malte oft bis spät in die Nacht. Viele Jahre lang fertigte er Studien, Skizzen und Landschaftsbilder an, um sein großes Gemälde zu vollenden. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er seine Arbeit jedoch immer wieder unterbrechen. Sein außergewöhnlicher Perfektionismus wurde von seinen Zeitgenossen nicht immer verstanden. 🏛 1858 kehrte Alexander Iwanow zusammen mit seinem Gemälde „Die Erscheinung Christi vor dem Volke“ in die Heimat zurück. Ursprünglich plante er, das Bild mit dem Zug bis in die deutsche Stadt Kiel zu transportieren und es von dort aus mit einem Dampfschiff nach Sankt Petersburg zu bringen. Die riesige, auf eine Rolle gewickelte Leinwand war jedoch so groß, dass er weder in einen Gepäckwagen noch in den Laderaum des Schiffes passte. Mit finanzieller Unterstützung von Mäzenen ließ Iwanow deshalb für den Transport eine offene Eisenbahnplattform bereitstellen. Auch auf dem Schiffsdeck mussten besondere Befestigungen angebracht werden, damit das wertvolle Gemälde während der Fahrt nicht beschädigt wurde. Auf diese Weise gelangte das Werk sicher in die Hauptstadt des Russischen Kaiserreichs. In Sankt Petersburg wurde das Gemälde im Winterpalast ausgestellt. Kaiser Alexander II. kaufte das Werk und gewährte dem Künstler außerdem eine lebenslange Pension. Gemälde: „Die Erscheinung Christi vor dem Volk“, 1837–1857 „Ave Maria“, 1839 „Bellerophon zieht zum Kampf gegen die Chimäre“, 1829 „Priamos bittet Achill um den Leichnam Hektors“, 1824 @RusBotschaft #Kultur #Kunst
🚂 Kennen Sie diese historische Zugverbindung? Haben Sie schon einmal vom internationalen Zug Saratow–Berlin Lichtenberg gehört? Von Mai 1993 bis zum 5. Dezember 2013 verkehrte diese Zugverbindung zwischen der Wolgastadt Saratow und Berlin. Die Route führte durch zahlreiche Städte, darunter Rjasan, Smolensk, Minsk, Baranowitschi, Brest, Warschau und Frankfurt (Oder). 🚉 Ursprünglich verkehrte der Zug einmal wöchentlich und war Teil der größeren Zugverbindung „Sibirjak", die Deutschland und verschiedene Regionen Russlands bis hin nach Sibirien über die Schiene miteinander verband. 📉 Die Einführung der Zugverbindung fiel dabei in eine Zeit, in der das direkte Eisenbahnnetz zwischen Russland, den Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts sowie den Regionen der ehemaligen DDR in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre erheblich reduziert wurde. Vor diesem Hintergrund gewann die Verbindung Saratow–Berlin als eine der verbliebenen durchgehenden Bahnstrecken zwischen Russland und Deutschland zusätzlich an Bedeutung. 🇩🇪🇷🇺 Die Verbindung erfreute sich besonderer Beliebtheit bei Reisenden aus der Wolgaregion: sowohl für Touristenreisen nach Deutschland als auch für andere Zwecke. Die enge Bahnverbindung zwischen Saratow und Deutschland kam dabei nicht von ungefähr: Gerade aus dem Wolgagebiet, historische Heimat der Wolgadeutschen, reisten insbesondere in den 1990er-Jahren zahlreiche Spätaussiedler nach Deutschland aus. Der Zug war für viele von ihnen über Jahre eine wichtige Verbindung zwischen alter und neuer Heimat. #Geschichte
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📖 Vor 174 Jahren: Der Beginn von Lew Tolstois literarischem Schaffen Am 15. Juli 1852 begann Lew Tolstois großer Weg in Literatur, als er sein erstes Werk, die Erzählung „Kindheit" („Detstwo"), an Nikolai Nekrassow, den berühmten russischen Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift „Sowremennik" sendete. Tolstoi war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 23 Jahre alt. 📚 Worum geht es in „Kindheit"? Das Werk schildert einfühlsam die seelischen Erfahrungen, die viele Jungen in ihrer Kindheit durchleben: die erste Verliebtheit, das Gefühl von Ungerechtigkeit, Kränkung und Verlegenheit. Mit außergewöhnlicher psychologischer Tiefe und feinem Gespür für die innere Welt eines Kindes gelang Tolstoi hier ein literarisches Debüt von bleibendem Wert, das bis heute als eindrucksvolles Zeugnis kindlicher Seelenwelt gilt. ✉️ Die Reaktion: Nekrassow erkannte nach der Lektüre des Manuskripts sofort dessen literarischen Wert und schrieb dem jungen, noch unbekannten Autor einen freundlichen Brief, der auf Tolstoi außerordentlich ermutigend wirkte. 🎉 Der Erfolg: Als „Kindheit" im „Sowremennik" erschien, wurde die Erzählung ein außerordentlicher Erfolg. Bereits nach dieser ersten Veröffentlichung wurde Tolstoi zu den führenden Köpfen der jungen literarischen Schule gezählt gemeinsam mit bereits berühmten Autoren wie Iwan Turgenew, Iwan Gontscharow, Dmitri Grigorowitsch und Alexander Ostrowski. Die Kritiker würdigten die Tiefe der psychologischen Analyse, den Ernst der künstlerischen Absicht und den ausgeprägten Realismus des jungen Autors. Berühmt geworden ist vor allem folgende Passage aus dem Werk: «Glückliche, glückliche, unwiederbringliche Zeit der Kindheit! Wie sollte man die Erinnerung an sie nicht lieben, nicht hegen? Diese Erinnerungen erfrischen und erheben meine Seele und sind für mich eine Quelle der schönsten Freuden.» So begann der literarische Weg eines der größten Schriftsteller der Weltliteratur, ein Weg, der später zu Meisterwerken wie „Krieg und Frieden" und „Anna Karenina" führen sollte. 🖋️ #LewTolstoi #RussischeLiteratur 📷Tolstoi-Museum
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