Täglich ein Nietzsche-Zitat / A Nietzsche quote a day
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Wenn man sein Gewissen dressirt, so küsst es uns zugleich, indem es beisst. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 98) When one trains [domesticates] one's conscience, it kisses one while it bites. [tr.: Helen Zimmern]
Wie? Ein grosser Mann? Ich sehe immer nur den Schauspieler seines eignen Ideals. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 97) What? A great man? I always see merely the play-actor of his own ideal. [tr.: Helen Zimmern]
Sich seiner Unmoralität schämen: das ist eine Stufe auf der Treppe, an deren Ende man sich auch seiner Moralität schämt. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 95) To be ashamed of one's immorality is a step on the ladder at the end of which one is ashamed also of one's morality. [tr.: Helen Zimmern]
Reife des Mannes: das heisst den Ernst wiedergefunden haben, den man als Kind hatte, beim Spiel. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 94) The maturity of man--that means, to have reacquired the seriousness that one had as a child at play. [tr.: Helen Zimmern]
So kalt, so eisig, dass man sich an ihm die Finger verbrennt! Jede Hand erschrickt, die ihn anfasst! — Und gerade darum halten Manche ihn für glühend. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 91) So cold, so icy, that one burns one's finger at the touch of him! Every hand that lays hold of him shrinks back!--And for that very reason many think him red-hot. [tr.: Helen Zimmern]
Schwere, schwermüthige Menschen werden gerade durch das, was Andre schwer macht, durch Hass und Liebe, leichter und kommen zeitweilig an ihre Oberfläche. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 90) Heavy, melancholy men turn lighter, and come temporarily to their surface, precisely by that which makes others heavy--by hatred and love. [tr.: Helen Zimmern]
Die gleichen Affekte sind bei Mann und Weib doch im Tempo verschieden: deshalb hören Mann und Weib nicht auf, sich misszuverstehn. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 85) The same emotions are in man and woman, but in different TEMPO, on that account man and woman never cease to misunderstand each other. [tr.: Helen Zimmern]
Der Instinkt. — Wenn das Haus brennt, vergisst man sogar das Mittagsessen. — Ja: aber man holt es auf der Asche nach. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 83) INSTINCT--When the house is on fire one forgets even the dinner--Yes, but one recovers it from among the ashes. [tr.: Helen Zimmern]
Es ist furchtbar, im Meere vor Durst zu sterben. Müsst ihr denn gleich eure Wahrheit so salzen, dass sie nicht einmal mehr — den Durst löscht? (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 81) It is terrible to die of thirst at sea. Is it necessary that you should so salt your truth that it will no longer--quench thirst? [tr.: Helen Zimmern]
Eine Seele, die sich geliebt weiss, aber selbst nicht liebt, verräth ihren Bodensatz: — ihr Unterstes kommt herauf. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 79) A soul which knows that it is loved, but does not itself love, betrays its sediment: its dregs come up. [tr.: Helen Zimmern]
Wer sich selbst verachtet, achtet sich doch immer noch dabei als Verächter. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 78) He who despises himself, nevertheless esteems himself thereby, as a despiser. [tr.: Helen Zimmern]
Mit seinen Grundsätzen will man seine Gewohnheiten tyrannisiren oder rechtfertigen oder ehren oder beschimpfen oder verbergen: — zwei Menschen mit gleichen Grundsätzen wollen damit wahrscheinlich noch etwas Grund-Verschiedenes. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 77) With his principles a man seeks either to dominate, or justify, or honour, or reproach, or conceal his habits: two men with the same principles probably seek fundamentally different ends therewith. [tr.: Helen Zimmern]
Unter friedlichen Umständen fällt der kriegerische Mensch über sich selber her. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 76) Under conditions of peace the warlike man attacks himself. [tr.: thenietzschechannel]
Ein Mensch mit Genie ist unausstehlich, wenn er nicht mindestens noch zweierlei dazu besitzt: Dankbarkeit und Reinlichkeit. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 74) A man of genius is unbearable, unless he possess at least two things besides: gratitude and purity. [tr.: Helen Zimmern]
Der Weise als Astronom. — So lange du noch die Sterne fühlst als ein „Über-dir“, fehlt dir noch der Blick des Erkennenden. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 71) THE SAGE AS ASTRONOMER.--So long as thou feelest the stars as an "above thee," thou lackest the eye of the discerning one. [tr.: Helen Zimmern]
Man hat schlecht dem Leben zugeschaut, wenn man nicht auch die Hand gesehn hat, die auf eine schonende Weise — tödtet. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 69) One has regarded life carelessly, if one has failed to see the hand that--kills with leniency. [tr.: Helen Zimmern]
„Das habe ich gethan“ sagt mein Gedächtniss. Das kann ich nicht gethan haben — sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich — giebt das Gedächtniss nach. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 68) "I did that," says my memory. "I could not have done that," says my pride, and remains inexorable. Eventually--the memory yields. [tr.: Helen Zimmern]
Die Liebe zu Einem ist eine Barbarei: denn sie wird auf Unkosten aller Übrigen ausgeübt. Auch die Liebe zu Gott. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 67) Love to one only is a barbarity, for it is exercised at the expense of all others. Love to God also! [tr.: Helen Zimmern]
Die Neigung, sich herabzusetzen, sich bestehlen, belügen und ausbeuten zu lassen, könnte die Scham eines Gottes unter Menschen sein. (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 66) The tendency of a person to allow himself to be degraded, robbed, deceived, and exploited might be the diffidence of a God among men. [tr.: Helen Zimmern]
Man ist am unehrlichsten gegen seinen Gott: er darf nicht sündigen! (Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 65a) We are most dishonourable towards our God: he is not PERMITTED to sin. [tr.: Helen Zimmern]