Hadithwissenschaften | Dr. Ziberi
СтатистикаWissenschaftliche Beiträge über die Hadithwissenschaften, Überlieferungen und ihre Klassifizierung von Dr. Muhamet Ziberi. www.hadithwissenschaften.de E-Mail: info@hadithwissenschaften.de
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Manchmal verrichtest du dein Wuḍūʾ ganz automatisch, sodass einzelne Schritte schnell zur Gewohnheit werden. Doch gerade bei einer alltäglichen Handlung ist es wichtig, auf ihre vollständige und richtige Ausführung zu achten. Deshalb lohnt es sich, den Wuḍūʾ wieder bewusster und mit mehr Sorgfalt zu verrichten. [Vgl. Laṭāʾif al-Fawāʾid Nr. 45]
https://youtu.be/svjSs_irF9Y
https://hadithwissenschaften.de/mawlid-ein-fest-der-verehrung-oder-eine-kontroverse-neuerung/
Die Hoffnung auf Allah ist keine Rechtfertigung dafür, in der Sünde zu verharren. Wahre Hoffnung zeigt sich im Handeln. Sie bedeutet, die Türen zur Fitna zu schließen, verbotene Gespräche zu beenden, den Blick zu senken, sich von den Wegen zur Sünde fernzuhalten und das Gebet zu verrichten, selbst wenn das Herz schwer ist. Und wenn man dennoch fällt, bereut man, kehrt zu Allah zurück und beginnt von Neuem. Zu sagen: „Allah ist barmherzig“, während man bewusst an derselben Sünde festhält und keine ernsthafte Anstrengung unternimmt, sie zu verlassen, ist keine aufrichtige Hoffnung, sondern Selbsttäuschung. Allahs Barmherzigkeit ist keine Erlaubnis, in der Sünde zu bleiben, sondern der Grund, niemals zu verzweifeln und nach jedem Fehltritt erneut aufrichtig zu Ihm zurückzukehren. #KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
https://hadithwissenschaften.de/freitag-im-islam-bedeutung-vorzuege-sunna-regeln/
Ein kurzer Appell an einige Prediger Ihr habt von „handfesten Argumenten“ gesprochen. Doch die entscheidende Frage lautet: Was habt ihr tatsächlich gesehen? Habt ihr vollständige Verträge, komplette Unterlagen und die Stellungnahmen beider Seiten geprüft? Oder habt ihr lediglich einzelne Screenshots und Ausschnitte gesehen, die euch bereits mit einer bestimmten Interpretation vorgelegt wurden? Seit wann reicht eine derart unvollständige Grundlage aus, um über die Ehre eines Muslims zu urteilen oder öffentlich Stimmung gegen ihn zu machen? Es geht hier nicht um Sympathien oder persönliche Eindrücke, sondern ausschließlich darum, ob die erhobenen Anschuldigungen vollständig, wahr und belegbar sind. Ein Screenshot ist kein vollständiger Beweis. Ein Ausschnitt vermittelt kein Gesamtbild. Und eine einseitige Darstellung ersetzt niemals das faire Anhören beider Seiten. Hinzu kommt: Ihr habt unsere Kontaktdaten, und einigen von euch wurde bereits ein klärendes Gespräch angeboten. In bestimmten Fällen fungieren wir zudem als Vermittler oder Ansprechpartner in einigen eurer familiären Angelegenheiten. Die Möglichkeit einer direkten Klärung bestand also. Dennoch wurden angebotene Gespräche teilweise nicht wahrgenommen. Bevor man daher öffentlich von „handfesten Argumenten“ spricht, sollte man sorgfältig prüfen, worauf dieses Urteil tatsächlich beruht. Wie kann es sein, dass jemand fortlaufend über Prediger urteilt, Aussagen verdreht, Zweifel streut und Fitna verursacht – und dennoch gesagt wird: „Er hat Gutes und Schlechtes“? Dann stellt sich die berechtigte Frage: Wo zeigt sich in diesem Vorgehen das Gute? Was Tarek betrifft: Ich bin nicht für seine Handlungen verantwortlich. Wir kennen uns seit vielen Jahren, und mir liegen bislang keine belastbaren Beweise vor, welche die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bestätigen. Im Gegenteil: Die Vorwürfe wurden intern behandelt und aus unserer Sicht entkräftet. Deshalb werde ich einen Menschen, den ich seit Jahren kenne, nicht aufgrund einiger Screenshots, Ausschnitte und Behauptungen fallen lassen. Das verstehe ich unter Loyalität und Gerechtigkeit. Und wer behauptet, meine Haltung beruhe auf irgendwelchen vertraglichen oder finanziellen Bindungen, dem sage ich: Ihr kennt mich nicht. Ihr kennt weder meine Prinzipien noch wisst ihr, auf welcher Grundlage ich meine Entscheidungen treffe. An Abu Sulayman al-Kurdī Ist das dein „professioneller Mann“, der vermeintliche Betrüger entlarven soll? Ist das derjenige, den du öffentlich lobst und zu dessen finanzieller Unterstützung du die Menschen aufrufst? Ein Mann, der andere dazu auffordert, mich als „Götzen“ zu nehmen und mich „anzubeten“? Dann beantworte bitte auch die fachliche Frage: Wie ist eine solche Aussage islamrechtlich einzuordnen? Was ist das Urteil über jemanden, der Menschen zur Anbetung eines Menschen aufruft? Und an Abu Malik: Da du dich als so professionell in der Aufdeckung vermeintlicher Betrüger präsentierst, stellt sich eine weitere Frage: Wie sieht es eigentlich mit dem Vorwurf einer plagiierten Übersetzung von Abu Sulayman al-Kurdī aus? Wirst du dort mit denselben Maßstäben prüfen, Belege verlangen und „aufklären“? Oder endet deine Professionalität dort, wo es die eigenen Unterstützer betrifft?
Zu den Merkmalen heuchlerischen Verhaltens gehört, die Worte anderer zu verdrehen und ihnen Aussagen oder Absichten zu unterstellen, die sie weder geäußert noch beabsichtigt haben. Ein Beispiel dafür ist die Verdrehung meiner Aussage zu den Bildern aus Gaza. Ich sagte sinngemäß: "Die Bilder sind schlimm. Frage nicht aus Verzweiflung: ‚Wo ist Allah?‘, sondern frage dich: ‚Wo will Allah dich in dieser Situation sehen?‘“ Der Zusammenhang war eindeutig: Angesichts des Leids sollte man nicht verzweifeln und Allahs Weisheit infrage stellen, sondern sich fragen, welche Verantwortung man selbst trägt und was Allah in dieser Situation von einem erwartet. Daraus wurde jedoch eine ʿAqīda-Frage konstruiert und sinngemäß behauptet, ich hätte gesagt, man dürfe grundsätzlich nicht fragen: „Wo ist Allah?“ Auf diese Weise sollte mir eine ʿAqīda zugeschrieben werden, die ich weder vertrete noch jemals vertreten habe. Ein weiteres Merkmal heuchlerischen Verhaltens ist der Widerspruch zwischen öffentlichen Worten und dem tatsächlichen Verhalten. Im Video wird zu Dialog, Klärung und respektvollem Umgang aufgerufen. Nach außen heißt es sinngemäß: „Lasst uns die Angelegenheit respektvoll klären.“ Im Hintergrund hingegen fallen Bezeichnungen wie „Dummkopf“ und sogar „Götze“. Sofern die Bezeichnung „Götze“ tatsächlich auf mich als Muslim bezogen ist und Menschen zu meiner „Anbetung“ aufgerufen werden, handelt es sich um eine äußerst schwerwiegende Aussage. Denn ihrem Wortlaut nach wird damit zur Anbetung eines Menschen aufgerufen – und die Anbetung eines Menschen anstelle Allahs ist Kufr. Genau hier zeigt sich die offensichtliche Doppelmoral: öffentlich von „Respekt“, „Dialog“ und „Aufklärung“ sprechen, während im Hintergrund beleidigt, verspottet und mit derart schwerwiegenden Formulierungen gearbeitet wird. Zu den verwerflichen Eigenschaften gehört ebenso die Namīma: Worte von hier nach dort zu tragen, um geschwisterliche Beziehungen zu zerstören, Brüder gegeneinander aufzubringen und Fitna zu stiften. Dazu gehört auch, private Angelegenheiten gezielt in die Öffentlichkeit zu tragen, um anderen zu schaden. Und am Ende wird von „Männlichkeit“ gesprochen. Lieber Abu Malik al-Fāsiq, wenn du schon von Männlichkeit sprichst: Ich verstecke mich nicht. Ich habe einen bekannten Wohnsitz, meine Nummer ist bekannt und meine Moschee ist bekannt. Wer ständig von „Männlichkeit“ spricht, sollte diesen Maßstab zunächst an sich selbst anlegen. Männlichkeit zeigt sich nicht durch Verleumdung, Namīma, das Verbreiten privater Angelegenheiten und das Schüren von Fitna, sondern durch Wahrhaftigkeit, Geradlinigkeit, Verantwortungsbewusstsein und einen anständigen Charakter. Wer weitere Beispiele dieser Doppelmoral sehen möchte, kann sich den Kanal Aufdecker 2.0 anschauen (https://t.me/Aufdecker2/13). Es handelt sich dabei nicht um den Kanal der ersten heuchlericher „Aufdecker“, sondern um einen anderen Kanal, der sich mit deren Aussagen und Widersprüchen auseinandersetzt. Zum gesperrten Video Ich habe das Video sperren lassen, weil nach einer Reihe von Verleumdungen, Verdrehungen und persönlichen Angriffen zusätzlich mein Gesicht beziehungsweise Material von mir ohne meine Erlaubnis darin verwendet wurde. Dabei ging es mir nicht darum, jemanden „zum Schweigen zu bringen“. Vielmehr wollte ich verhindern, dass sich noch mehr Menschen an diesen Verleumdungen und Beschimpfungen beteiligen und dadurch ihre Zungen mit Sünden belasten. Denn Verleumdung bleibt Verleumdung, Beschimpfung bleibt Beschimpfung und das Verbreiten von Halbwahrheiten bleibt Unrecht – auch wenn man all das unter dem Begriff „Aufklärung“ verkauft. Was hier betrieben wird, ist keine sachliche Aufklärung, sondern das Schüren von Fitna auf Kosten der Ehre anderer Menschen.
👤 Šuǧāʿ b. al-Walīd begleitete Sufyān auf der Pilgerfahrt, und Sufyān unterließ es kaum, das Gute zu empfehlen und das Schlechte zu verbieten, sei es auf dem Hin- oder Rückweg. 📜 — Siyar aʿlām an-Nubalāʾ, 7/258 Sufyān lebte nicht nur die Rituale des Hajj, sondern nutzte jede Gelegenheit, um das Gute zu gebieten und vom Schlechten abzuhalten. Dies zeigt, dass der Dienst an Allah und die Sorge um das Wohlergehen der Gemeinschaft nicht nur auf den Höhepunkt des Hajj beschränkt sind, sondern eine kontinuierliche Verpflichtung im Leben eines Muslims darstellen.
https://youtu.be/EA5dvtQsoss?si=wHWt9VuPoB9ENcK6
Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Als Allah die Schöpfung fertiggestellt hatte, schrieb Er in Sein Buch, das bei Ihm über dem Thron ist: ,Meine Barmherzigkeit überwiegt Meinen Zorn.” [Sahih al-Buhari, Nr. 3194] Dieser Hadith verdeutlicht die gewaltige Barmherzigkeit Allāhs, die Seinen Zorn überwiegt. Auch wenn der Mensch sündigt und Fehler begeht, soll er niemals an Allāhs Vergebung verzweifeln. Wer aufrichtig bereut, sich Allāh wieder zuwendet und um Vergebung bittet, darf auf Seine umfassende Barmherzigkeit hoffen. Der Hadith stärkt daher die Hoffnung des Gläubigen und erinnert ihn zugleich daran, immer wieder zu Allāh zurückzukehren. Verzweifle wegen deiner Sünden nicht an Allāhs Barmherzigkeit. Kehre aufrichtig zu Ihm zurück, bereue deine Fehler und bitte Ihn um Vergebung. Vertraue auf Seine gewaltige Gnade und verliere niemals die Hoffnung auf Seine Barmherzigkeit.
Manchmal wartet man auf einen besonderen Zeitpunkt, um eine gute Tat zu verrichten. Doch wenn ein Mensch gerade jetzt deine Hilfe benötigt, kann es besser sein, ihm unmittelbar beizustehen, als auf eine vermeintlich vorzüglichere Zeit zu warten. Denn eine Tat, deren Nutzen und Vorzüglichkeit in ihr selbst liegen, kann Vorrang vor einer Tat haben, deren besonderer Vorzug lediglich an eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort gebunden ist. Wahre Einsicht bedeutet daher, die Prioritäten richtig zu erkennen und das Gute dort zu tun, wo es gerade am meisten gebraucht wird. [Vgl. Laṭāʾif al-Fawāʾid Nr. 44]
Jeder Mensch fällt. Niemand geht seinen Weg zu Allah, ohne Zeiten der Schwäche, des Bedauerns und des inneren Kampfes zu erleben. Der Unterschied liegt nicht darin, niemals zu fallen, sondern darin, wie man nach dem Fall handelt. Manche verharren in ihrer Sünde, bis sie ihnen zur Gewohnheit wird und ihr Herz sich immer weiter von Allah entfernt. Andere erkennen ihren Fehler, bereuen aufrichtig und kehren zu Allah zurück. Und Allah liebt diejenigen, die immer wieder zu Ihm umkehren und bereuen. Jede aufrichtige Träne, jedes „Astaġfirullāh“ und jeder erneute Versuch, sich Allah zuzuwenden, ist ein Schritt zurück auf den geraden Weg. #KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
👤 ʿAbdallāh b. al-Mubārak erzählte: Am Vorabend des Tages von Arafat ging ich zu Sufyān und fand ihn auf den Knien, seine Augen waren abwesend. Tränen stiegen in mir auf. Er drehte sich zu mir um und fragte: "Warum weinst du?" Ich antwortete: "Wer sind die schlimmsten Menschen am Tag von Muzdalifah?" Er erwiderte: "Die schlimmsten sind diejenigen, die denken, dass Allah ihnen nicht vergeben wird." 📜 — ḥusn aẓ-Ẓan billāh, S. 92 Am Tag von ʿArafah und in der Nacht von Muzdalifah soll der Gläubige sein Herz voller Hoffnung auf die Barmherzigkeit und Vergebung Allahs ausrichten. Wie groß die eigenen Sünden auch sein mögen, darf man niemals an Allahs Gnade verzweifeln oder Seine Vergebung für unerreichbar halten. Zu den schlimmsten Menschen in Muzdalifah gehören jene, die meinen, Allah werde ihnen nicht vergeben. Der Gläubige verbindet daher aufrichtige Reue über seine Sünden mit guter Hoffnung auf Allah, denn Seine Barmherzigkeit ist gewaltig und die Verzweiflung an Seiner Gnade widerspricht der Haltung eines gläubigen Herzens.
Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn ein Muslim Probleme, Sorgen oder Nöte hat, krank oder traurig ist, werden ihm deswegen seine Sünden vergeben.“ [Sahih Muslim, Nr. 2573] Der Prophet ﷺ lehrte, dass Krankheit, Trauer und anderes Leid für den Gläubigen ein Grund für die Tilgung seiner kleinen Sünden sind. Auch wenn Prüfungen schwer und schmerzhaft erscheinen, können sie somit einen verborgenen Segen in sich tragen. Denn Allāh, der Erhabene sagt im Qurʾān: „Vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist.“ (al-Baqara 2:216) Erkenne jede Herausforderung als Gelegenheit zur Läuterung deiner Seele, während du Allah um Vergebung bittest und in Geduld handelst.
Manchmal bist du dir bei etwas sicher und merkst später, dass es doch nicht stimmt. Zwischen echtem Wissen und bloßen Gedanken gibt es viele Stufen, von Zweifel bis Irrtum. Nicht jede Überzeugung ist klar, auch wenn sie sich so anfühlt. Vielleicht findest du Ruhe darin, nicht alles sofort zu beurteilen, sondern geduldig zu prüfen. [Vgl. Laṭāʾif al-Fawāʾid Nr. 43]
Tawba ist weit mehr als ein Satz, den man nach einer Sünde schnell ausspricht. Sie ist ein echter Wendepunkt im Leben. Sie beginnt dort, wo der Stolz verstummt und das Herz sagt: „So möchte ich Allah nicht begegnen.“ Wahre Reue verändert Wege, Gewohnheiten, Freundschaften und die Ursachen, die zur Sünde führen. Dadurch wird das Istiġfār mehr als nur ein gesprochenes Wort – es wird zu einem aufrichtigen Ruf nach Rettung. Wer nach einer Sünde einfach weitermacht, als wäre nichts geschehen, hat sie vielleicht vergessen, ist aber noch nicht wirklich zu Allah zurückgekehrt. #KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
https://youtu.be/bBuIC3CPOv0
Eine traurige und zugleich lehrreiche Geschichte ist die Begebenheit des Ifk (حادثة الإفك), in der ʿĀʾiša رضي الله عنها, die Ehefrau des Propheten ﷺ, zu Unrecht einer schweren Sache beschuldigt wurde. Auf der Rückkehr von einem Feldzug blieb sie aufgrund eines verlorenen Halsbandes unbemerkt hinter der Karawane zurück. Später fand sie Ṣafwān ibn al-Muʿaṭṭal رضي الله عنه und brachte sie zurück nach Medina. Die Heuchler nutzten diesen Vorfall, um eine schwere Verleumdung über sie zu verbreiten. Selbst einige Muslime griffen das Gerücht auf und erzählten es weiter, ohne gesichertes Wissen darüber zu besitzen. Allah beschreibt diese Begebenheit: ﴿إِنَّ الَّذِينَ جَاءُوا بِالْإِفْكِ عُصْبَةٌ مِنْكُمْ ۚ لَا تَحْسَبُوهُ شَرًّا لَكُمْ ۖ بَلْ هُوَ خَيْرٌ لَكُمْ ۚ لِكُلِّ امْرِئٍ مِنْهُمْ مَا اكْتَسَبَ مِنَ الْإِثْمِ ۚ وَالَّذِي تَوَلَّىٰ كِبْرَهُ مِنْهُمْ لَهُ عَذَابٌ عَظِيمٌ﴾ „Diejenigen, die die ungeheuerliche Lüge vorgebracht haben, sind eine Gruppe von euch. Haltet es nicht für etwas Schlechtes für euch; vielmehr ist es gut für euch. Jedem von ihnen wird das zuteil, was er an Sünde erworben hat. Und für denjenigen von ihnen, der den größten Anteil daran auf sich genommen hat, gibt es gewaltige Strafe.“ (Sūrat an-Nūr, 24:11) Allah lehrte die Gläubigen zugleich, wie sie auf solche Anschuldigungen hätten reagieren sollen: ﴿لَوْلَا إِذْ سَمِعْتُمُوهُ ظَنَّ الْمُؤْمِنُونَ وَالْمُؤْمِنَاتُ بِأَنْفُسِهِمْ خَيْرًا وَقَالُوا هَٰذَا إِفْكٌ مُبِينٌ﴾ „Warum dachten die gläubigen Männer und Frauen, als ihr davon hörtet, nicht Gutes voneinander und sagten: ‚Das ist eine offenkundige Lüge‘?“ (Sūrat an-Nūr, 24:12) Und Allah warnte ausdrücklich davor, ungeprüfte Aussagen einfach weiterzutragen: ﴿إِذْ تَلَقَّوْنَهُ بِأَلْسِنَتِكُمْ وَتَقُولُونَ بِأَفْوَاهِكُمْ مَا لَيْسَ لَكُمْ بِهِ عِلْمٌ وَتَحْسَبُونَهُ هَيِّنًا وَهُوَ عِنْدَ اللَّهِ عَظِيمٌ﴾ „Als ihr es mit euren Zungen aufnahmt und mit euren Mündern etwas sagtet, wovon ihr kein Wissen hattet, und es für etwas Leichtes hieltet, während es bei Allah etwas Gewaltiges ist.“ (Sūrat an-Nūr, 24:15) Der Prophet ﷺ äußerte sich zunächst nicht abschließend zu den Vorwürfen und urteilte nicht aufgrund der verbreiteten Gerüchte. Schließlich offenbarte Allah die Verse aus Sūrat an-Nūr und erklärte ʿĀʾišas Unschuld. Besonders eindringlich ist in diesem Zusammenhang die Warnung Allahs: ﴿إِنَّ الَّذِينَ يُحِبُّونَ أَنْ تَشِيعَ الْفَاحِشَةُ فِي الَّذِينَ آمَنُوا لَهُمْ عَذَابٌ أَلِيمٌ فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ ۚ وَاللَّهُ يَعْلَمُ وَأَنْتُمْ لَا تَعْلَمُونَ﴾ „Gewiss, diejenigen, die es lieben, dass sich das Schändliche unter denjenigen, die glauben, verbreitet, für sie gibt es schmerzhafte Strafe im Diesseits und im Jenseits. Und Allah weiß, während ihr nicht wisst.“ (Sūrat an-Nūr, 24:19) Diese Geschichte zeigt eindrücklich, wie gefährlich es ist, Anschuldigungen ungeprüft aufzunehmen und weiterzuverbreiten. Eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass viele Menschen sie wiederholen. Gerade wenn die Ehre eines Muslims betroffen ist, gehören Prüfung, Zurückhaltung und Gerechtigkeit zu den wichtigsten Pflichten.
👤 Al-Ḥasan al-Baṣrī wurde gefragt: "Was kennzeichnet eine angenommene Pilgerfahrt?" Er antwortete: "Ein Zeichen dafür ist, dass du nach deiner Rückkehr die Welt hinter dir lässt und dich nach dem Jenseits sehnst." 📜 — at-Tabṣira von Ibn al-Ǧawzī (2/263) Die Spuren einer angenommenen Ḥaǧǧ zeigen sich nicht nur während der Pilgerfahrt, sondern besonders im Leben danach. Al-Ḥasan al-Baṣrī weist darauf hin, dass die Ḥaǧǧ das Herz eines Menschen verändern und seine Ausrichtung stärker auf das Jenseits lenken sollte. Wer nach seiner Rückkehr weniger an dieser vergänglichen Welt hängt und sich vermehrt nach dem Wohlgefallen Allahs und dem Jenseits sehnt, bei dem hat die Pilgerfahrt sichtbare Spuren hinterlassen. Die Ḥaǧǧ ist somit nicht nur eine Reise zu den heiligen Stätten, sondern auch ein Anlass für Umkehr, innere Veränderung und eine stärkere Hinwendung zu Allah.
Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn ein Diener Allahs krank oder auf Reisen ist, werden ihm alle guten Taten gutgeschrieben, die er normalerweise verrichtet hätte, wenn er gesund oder zu Hause wäre.“ [Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, Nr. 133] Der Prophet ﷺ lehrte, dass Allah einem Gläubigen die Belohnung für seine guten Taten auch dann gewährt, wenn er sie aufgrund von Krankheit oder einer Reise nicht verrichten kann. Allahs Barmherzigkeit bleibt unverändert, selbst in Zeiten der Erschwernis. Nutze Zeiten der Krankheit oder des Reisens, um deine Beziehung zu Allah durch vermehrten Dhikr, Duʿāʾ und das Lesen des Qurʾāns zu stärken.